Abb. 1: Entwicklung des Euros zum Franken seit 2010. Die Intervention der SNB.

Trotz massiven Interventionen schon seit 2010 (siehe abb.3) sieht man hier auf der steilen Schräglinie den natürlichen Trend des Euros zum Schweizer Franken. Links im blauen Bereich beginnt der Aufstieg des Euros zum Mindestkurs von 1.20.  Der Absturz rechts neben dem Pfeil passierte nach der Aufhebung des Mindestkurses durch die Nationalbank im Januar 2015. Verbindet man die zwei als "Quasi-Marktpreise" bekannten Punkte, erhält man den ganzen blauen Bereich darüber, welcher durch die Intervention der SNB entstanden ist. die rote Fläche darunter ist unsicher. wahrscheinlich wäre auch der Bereich teilweise blau, weil sich der Euro ohne die Erwartung von Interventionen wahrscheinlich noch mehr abgeschwächt hätte gemäss dem Trend der steilen Linie. Grob geschätzt lässt sich so eine durchschnittliche künstliche ÜBERBEWERTUNG des EUROS bzw. UNTERBEWERTUNG des FRANKENS um 15 - 20% gegenüber dem - auch schon durch Interventionen verzerrten - Marktpreis ablesen. Hochgerechnet auf die gesamten Importe (nicht nur gegenüber dem Euro wurde der Franken geschwächt...), entspricht das 20% von 180 = 36 Milliarden. Wenn man davon ausgeht, dass gut die Hälfte der Importe im Land bleibt und nicht verarbeitet wieder exportiert wird, so beträgt der jährliche Kaufkraftverlust für die Schweizer Bevölkerung ca. 20 Mrd. oder 2500.- für jede und jeden von uns. Aber auch der exportierte Teil ist nicht ohne: die Subvention an die Exportwirtschaft und das Ausland, welches verbilligt Schweizer Produkte kaufen kann, ergibt: 20% von ca. 200 Mrd. = 40 Mrd. Franken pro Jahr oder 5000.- pro Kopf. Diesen Betrag bezahlen wir verzögert. Durch Geldentwertung (Inflation), noch kommende Verluste der Nationalbank und eine zukünftige Wirtschaftskrise durch immense Fehlallokationen. Aber wir bezahlen auch einen schon heute spürbaren Preis durch beschleunigte Immigration, mehr Staus auf den Strassen, höhere Wohnungspreise, Verlust an Kultur- und Erholungsraum und zu knappe Kapazitäten in der Binnenwirtschaft (vrgl. zu dem Thema die Bachelor-Arbeit unten). 


Abb. 2: Entwicklung von Exporten und Importen von 2003 bis 2013

Man sieht hier anhand von OECD-Daten, wie die Exporte (blau) paradoxerweise trotz Wirtschaftskrise in der EU hochschnellen und die Importe (rot) zurückgehen. Das konnte bei der Weltwirtschaftslage nur passieren, weil die Exportwirtschaft mit riesigen Summen subventioniert und die KonsumentInnen um einen guten Teil ihres Einkommens betrogen wurden (siehe Abb.1). 

Abb. 3: die wachsenden Devisenberge der Nationalbank. 


Art. 99 Abs. 3 BV: "Die Schweizerische Nationalbank bildet aus ihren Erträgen ausreichende Währungsreserven; ein Teil dieser Reserven wird in Gold gehalten."

Im Jahr 2009 und dann v.a. im 2010 fangen die massiven Interventionen der SNB zur Stützung des Euros und Schwächung des Schweizer Frankens an. Die These, der Franken sei "spekulativ überbewertet" macht unter den führenden Ökonomen die Runde und hält sich bis heute. Die Theorie führt dazu, dass die Verfassung ausser Kraft gesetzt wird und irrwitzig hohe Devisenbestände nicht aus Erträgen, sondern aus von der Nationalbank selbst geschaffenem Geld gebildet werden. Damit aber wird der Franken verwässert und es werden nicht wie von der Verfassung gefordert Währungsreserven, sondern Währungsrisiken gebildet.

Das folgende 10-SEITIGE Papier von 2015 mit dem Titel "the Minimum Rate of the Euro" IST FÜR ÖKONOMEN UND ÖKONOMINNEN INTERESSANT UND FÜR ALLE, DIE SICH VERTIEFT mit dem Thema AUSEINANDERSETZEN möchten. AM ENDE DES TEXTES IST EINE LITERATURLISTE ANGEHÄNGT UND EIN SCHRIFTLICHER AUSTAUSCH MIT THOMAS JORDAN ZUM THEMA.

Unter "These" findet sich eine deutsche zusammenfassung der Problematik. 

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Die knapp 50-seitige Bachelor-Arbeit von 2018 mit dem Titel "Ganzheitlich betrachtete Risiken der Schweizer Geldpolitik nach der Finanzkrise" beleuchtet in allgemein verständlicher Sprache die Risiken des geldpolitischen Aktivismus ausführlicher und kommt zu ganz neuen qualitativen wie quantitativen Erkenntnissen.

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